1. Herr Müller, kürzlich haben Sie gemeinsam mit der Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe, Ramona Pop, ein neues Tourismuskonzept verabschiedet. Welche Bedeutung haben internationale Medienevents und Besuchermagneten wie die gamesweek, die Berlinale und re:publica für den Senat und für Sie als Regierenden Bürgermeister?
    • Medien-, Games- und Netzkultur verleihen Berlin ein einzigartiges Flair und ziehen Menschen aus nah und fern an. Berlin ist die Kreativhauptstadt! Dank Kreativ- und IKT-Wirtschaft ist Berlin: Filmstadt, Kunstmekka, Games-Cluster und wichtiger Spot für die Diskussion und Weiterentwicklung von Digitalisierung und Netzkultur. Diese Bedeutung wird durch die internationalen Medienevents und Besuchermagneten wie die gamesweek, die Berlinale und die re:publica gespiegelt und verstärkt. Sie tragen wesentlich zur kulturellen Strahlkraft Berlins bei. Daneben bildet das Cluster Medien- und Kreativwirtschaft aber auch einen wesentlichen wirtschaftlichen Faktor. Es zählt in Berlin ca. 37.000 Unternehmen, die ca. 300.000 Erwerbstätige beschäftigen und einen jährlichen Umsatz von rund 33 Mrd. Euro erzielen. In Berlin stammt jedes fünfte Unternehmen aus diesem Bereich. Ich freue mich sehr über die positive Entwicklung dieses Sektors und über die große Anziehungskraft, die unsere Region auch auf Gründerinnen und Gründer ausübt. Nicht zuletzt wegen der Verfügbarkeit qualifizierten Personals, guten Förderbedingungen, angemessenen Personal- und Lebenshaltungskosten sowie der guten Lebensqualität bietet Berlin auch weiterhin ein großes Potenzial. Vor diesem Hintergrund bildet die IKT- und Kreativwirtschaft mit ihren zahlreichen hochkarätigen Veranstaltungen im Themenspektrum von Senat und Senatskanzlei einen wesentlichen Schwerpunkt.
  2. Mit welchen konkreten (Förder-)Maßnahmen werden Sie und die rot-rot-grüne Koalition die Berliner Medien- und Kreativunternehmen in den kommenden Jahren bis 2021 unterstützen?
    • Der Senat hat entsprechend ihrer Bedeutung für den Standort eine breite Förderpalette für die Berliner Medien- und Kreativunternehmen. Es würde zu weit führen, hier alle Maßnahmen aufzulisten. Stellvertretend für alle darf ich die Unterstützung durch das Medienboard Berlin-Brandenburg erwähnen. Im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg bietet das Medienboard finanzielle Unterstützung bei der Herstellung und Vermarktung audiovisueller Inhalte in allen Formaten. Im Doppelhaushalt 2018/ 2019 werden die Berliner Zuschüsse um 1,35 Mio. Euro pro Jahr angehoben. Damit wird es u.a. möglich sein, Games und andere innovative Formate deutlich stärker zu fördern als bisher. Außerdem hat das Medienboard eine Förderung für Investitionen von Arthouse-Kinos aufgelegt.
  3. Im media:net sind Berlin und Brandenburg bereits vereint. Seit 17 Jahren, davon 10 Jahre unter der Leitung der Vorstandsvorsitzenden Andrea Peters, vernetzt das media:net die jungen und etablierten Kreativunternehmer*innen der Hauptstadtregion. Unter dem Dach der „Allianz der Wirtschaft“, einer Initiative der Kammern und Verbände beider Länder, haben Sie und der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke, vor wenigen Tagen bekräftigt, dass Sie die Entwicklung der Hauptstadtregion gemeinsam voranbringen wollen. Was genau ist geplant, Herr Müller?
    • Die ,,Allianz der Wirtschaft“ hat sich vorgenommen, ,,Wachstumshemmnisse aus dem Weg zu räumen“ und hierfür konkrete Lösungen vorzuschlagen. Die Hauptstadtregion gehört zu den wachstumsstärksten Regionen in Deutschland. Es werden 2,5 % Wirtschaftswachstum für 2018 erwartet und die Bevölkerungszahl steigt um eine mittlere Kleinstadt (40.000 Einwohner) pro Jahr. Dies birgt Chancen und Herausforderungen zugleich. Nun kommt es darauf an, die hohe Dynamik zu verstetigen und nachhaltig zu gestalten. Schwerpunkte sehe ich auf folgenden Feldern: Wohn- und Verkehrsentwicklung im Stadtumland Berlins, Innovationspolitik, Gesundheitswirtschaft, Intelligente Mobilität, aber auch in der Zusammenarbeit der Wirtschaftsfördergesellschaften.

April 2018

Foto: Sandro Halank/ Wikimedia Commons