Eine Rückschau von Alice Bucher

Nach einer Begrüßung durch Andrea Peters und Kai Bolik vom Gastgeber GameDuell, der kurz die Geschichte seines Unternehmens und der Gameszene in Berlin vorstellt, geht das Wort an Thorsten Unger. Dieser stellt den Staatssekretär und seine Biographie kurz vor und übergibt das Wort dann an Herrn Staatssekretär Rickerts, der sich einleitend optimistisch über die Gamesszene in der Hauptstadt äußert. Es gebe aktuell 140 Gamesunternehmen und damit eine sehr hohe Dichte in Berlin. Die weitere Entwicklung der Gamesindustrie in 2019 sehe er positiv, was unter anderem am neuen Förderprogramm der Bundesregierung liege.

Neben vielen kleinen Studios gebe es in Berlin eine wachsende Anzahl wachsender und sich im Markt etablierender Studios, wie Thorsten Unger festhält. Dieser möchte von Herrn Rickerts wissen, wo er Berlin im internationalen Vergleiche sehe. Einen solchen fände er aktuell noch schwierig, so der Staatssekretär, da zum Beispiel die USA und Kanada uns bezüglich ihrer Spieleindustrie noch weit voraus seien, was einerseits an dem zeitlichen Vorsprung geschuldet sei, aber unter anderem auch mit den dortigen Steuervergünstigungen zu tun habe. Diese können hierzulande nicht im gleichen Maße geboten werden, erklärt Rickerts, stellt aber gleichwohl heraus, dass Berlin der Gameswirtschaft durchaus die Rahmenbedingungen biete um wachsen zu können. Daher müssen wir uns im internationalen Vergleich nicht verstecken.

Ein weiteres aktuelles Thema in der Gamesbranche sei VR, wie Moderator Thorsten Unger anmerkt, welche durchaus das Potential habe, massentauglich zu werden. Berlin biete bereits beste Vorbedingungen aufgrund einer starken Entwicklerlandschaft um auch in VR Innovationen hervorzubringen, merkt Staatssekretär Rickerts an und fügt hinzu, dass die Hauptstadt generell einen bunten Strauß an Vorbedingungen biete, die für Crossover-Innovationen nötig seien. Deshalb ist Berlin mehr denn je ein attraktiver Standort für innovative Fachkräfte, so Rickerts, und der Zustrom an fortschrittlichen Unternehmen sei ungebrochen. Zum Abschluss des Themenblocks appellierte der Staatssekretär an die Anwesenden, dass der Wunsch nach einer starken und innovativen Games Industrie auf Seiten der Wirtschaftsverwaltung eindeutig bestehe, doch die Unternehmen selbst sich mehr einbringen müssten, damit Politik und Wirtschaft bestmöglich zusammenarbeiten können.

Auch eSport ist ein in der Games-Landschaft ein heiß diskutierter Trend, der für Berlin viel Potential bürge, so Thorsten Unger. Das unterstreicht Christian Rickerts zu hundert Prozent und hofft auf viele weitere Möglichkeiten sich mit Berlin als ein Hot Spot für eSports Events und Unternehmen zu etablieren.

Ein weiterer Ausblick geht nach Köln, wo mit Unterstützung der Stadt ein Hub geschaffen wurde, das Cologne Game Haus, in dem unterschiedliche Developer an einem Ort arbeiten und entwickeln können. Im Laufe der Diskussion wird deutlich, dass in der Branche der große Wunsch nach einem Berliner „Game Hub“ besteht. Staatssekretär Rickerts macht jedoch deutlich, dass hierfür vor allem erst einmal die Wünsche und auch die Expertise der Unternehmen benötigt würden, um dann die förderrechtlichen Rahmenbedingungen zu prüfen. Auch Netzwerke seien von enormen Wichtigkeit für einen solchen Hub.

Abschließend möchte Unger vom Staatssekretär wissen, wo dieser die Games-Szene in Berlin im Jahr 2025 sehe. Rickerts hofft auf weitere große eSports-Events in Berlin und wünscht sich außerdem große Produktionen und ein ganz großes Ding. Das sei in seinen Augen absolut möglich.

Als letzten Programmpunkt überreichte die Vorsitzende des games:net, Andrea Peters, im Namen von Vertretern der Berliner Indie Games Szene dem Staatssekretär ein Positionspapier mit Förder-Bedarfen und Vorschlägen, wie Fördermaßnahmen im Sinne der Branche angepasst werden könnten.

Wir bedanken uns bei Staatssekretär Rickerts für seine Zeit und Diskussionsfreudigkeit und bei GameDuell für die Gastfreundlichkeit. Ein großer Dank gilt zudem Thorsten Unger für die Moderation und natürlich allen Gästen für ihr Kommen und für ihre Anregungen.

Foto: media:net

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