Nach einer Begrüßung durch Herrn Felix Blobel von der Kanzlei Noerr und Maria Wagner (media:net berlinbrandenburg), übergibt letztere das Wort an die Moderatorin Stephanie Richter (Adspert / Bidmanagment, Mitglied des media:net Aufsichtsrates). Diese stellt den Gast kurz vor und übergibt dann direkt das Wort an ihn. Christian Rickerts eröffnet das Gespräch mit einem kurzen Impulsvortrag. Er schlägt eine gedankliche Brücke vom Jahr 2005, in dem unter anderem Angela Merkel Bundeskanzlerin wurde, zum heutigen 2018. In der Zwischenzeit habe sich in Berlin einiges getan, vor allem da dem Jahr 2005 der Berliner Bankenskandal vorausging, die Wirtschaft stagnierte und die Arbeitslosigkeit bei 19 % Prozent lag. Der damalige Oberbürgermeister Klaus Wowereit prägte im selben Jahr den Spruch, Berlin sei arm, aber sexy. Heute liege die Wirtschaftskraft in der Hauptstadt über dem Bundesdurchschnitt und immer mehr, vor allem junge Unternehmen ziehe es nach Berlin, so Rickerts. Darunter befinden sich Digital-Labore, Digital Think Tanks und viele mehr. Der gerade bestätigte Siemens-Campus sei ein gutes Beispiel für die Dynamik und gleichzeitig auch Geschichte Berlins. In der Stadt gebe es immer mehr Co-Working-Spaces und Inkubatoren, man könne Berlin als Magnet bezeichnen und als Stadt, die ständig und extrem weiterwächst. Man befinde sich als Startup-Metropole inzwischen durchaus auf Augenhöhe mit New York oder London, befindet der Staatssekretär.

Im Bereich Fintech zähle Berlin inzwischen mehr Startups als in Hamburg und Frankfurt zusammen. Zudem fließen 70 % der deutschlandweit vergebenen VC-Gelder in Berliner Unternehmen. Die Digitalwirtschaft vertrage sich gut mit der Kreativ- und Medienbranche, so Rickerts, die drei arbeiten in der Hauptstadt Hand in Hand. Aktuell sei die Senatsverwaltung und er im Besonderen mit der Bildung der neuen Digitalagentur beschäftigt, die sich vermehrt um wichtige Themen rund um die Digitalisierung und damit einhergehende Prozesse in Berlin beschäftigen soll.

Nachdem Herr Rickerts seinen Vortrag beendet hat, übernimmt Stephanie Richter die Moderation und hakt direkt bei der Entstehung der neuen Digitalagentur nach. Der Staatssekretär erzählt daraufhin, dass diese eine Brücke bauen soll zwischen Erfahrenen im digitalen Bereich und denjenigen, die auf dem Feld noch Nachholbedarf haben. Dazu gehören unter anderem kleine und mittelständische Unternehmen, die Hilfe bei der Digitalisierung benötigen.

Auf eine Nachfrage aus der Runde, wie denn der Senat mit dem Thema Sicherheit umgehe, bekräftigt Rickerts, dass dieses ebenfalls sehr wichtig sei und dafür ebenfalls eine Beratungsstelle geschaffen werden müsse. Ein weiterer Impuls aus dem Publikum ist, dass die Internet-Infrastruktur in Berlin nicht unbeachtet bleiben dürfe und nicht nur die Startups immer im Fokus stehen sollen. Christian Rickerts möchte sich das zu Herzen nehmen.

Ein Thema, was viele ebenfalls zu beschäftigen scheint, ist der mit dem Boom um Berlin einhergehende steigende Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Rickerts gibt zu verstehen, dass auch ihm dies Sorge bereite und der Senat sich Gedanken machen müsse, wie man mit dieser Problematik weiterhin umgehe. Darüber hinaus müssen parallel zu den Mieten auch die Löhne steigen, findet der Staatssekretär.

Auf die Frage hin, was sich Herr Rickerts selbst von der Startup-Szene wünsche, antwortet dieser, dass jene mehr über Ausbildungen nachdenken sollten und die Szene sich generell etwas mehr öffnen könne. Eine Einbringung der Startups in die Digitalagentur sei seitens des Senats auch ausdrücklich gewünscht.

Nach einer regen Diskussion und konstruktivem Austausch möchte Stephanie Richter von Herrn Rickerts abschließend wissen, ob er Berlin denn noch immer für arm, aber sexy halte. Berlin habe zwar immer noch einiges aufzuholen, so der Staatssekretär, aber die Arbeitslosenquote liege inzwischen bei etwas über 7 % und die Wirtschaftskraft steige, wie er bereits anführte, stetig. Sexy sei Berlin in seinen Augen jedoch immer noch, er fühle sich nach wie vor sehr wohl hier.

Wir danken Christian Rickerts herzlich für seine Zeit und das spannende und angenehme Gespräch und Frau Richter für die Moderation. Ein herzlicher Dank gilt unserem Gastgeber Noerr und den Gästen für ihre rege Teilnahme.

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