Der Trennungsgrundsatz ist die Maxime und doch sind die Grenzen schon längst verschwommen. Die Unabhängigkeit der Journalisten ist passé. Wirtschaftlichkeit ist der bestimmende Faktor in Redaktionen, Verlagen und Medienhäusern – ob Online oder Print.

Natürlich sind wir alle aufgeklärte, mündige Bürger und leben nach den Grundsätzen der Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Aber sind Konsumenten/Leser/User/Follower wirklich qualifiziert und erfahren genug, um journalistische und werbliche Inhalte voneinander unterscheiden zu können? Auch Werbung entwickelt sich weiter und durch KI und andere technische Entwicklungen wohl auch schneller als das menschliche Verständnis. Trotzdem sind wir verpflichtet zu differenzieren und kritisch zu hinterfragen.

Aber was ist die Aufgabe von Redaktionen? Und was ihre Verantwortung?

Können Redaktionen tatsächlich ihre Unabhängigkeit bewahren und in der momentanen Krise des Journalismus frei und kritisch berichten? Bestimmt nicht oft die Abhängigkeit von Anzeigenkunden die Richtung in den Redaktionen?

Redaktionen werden zusammengelegt, die Zahl der angestellten Journalisten sinkt, die Konkurrenz unter freien Autoren nimmt zu und ihre Honorare nehmen ab. Nicht wenige sehr gut ausgebildete Fachkräfte wechseln aus finanziellen Gründen die Seiten, heißt machen jetzt Content Marketing auf Unternehmensseite.

Die Gründe für diese Entwicklung sind bekannt, Redaktionen stehen selbst unter enormem wirtschaftlichen Druck. Content steht online frei zur Verfügung. Die Zahl derjenigen Nutzer, die bereit sind, für Qualität zu zahlen, steigt zwar langsam an aber die digitalen Geschäftsmodelle der großen Verlagshäuser sind noch nicht auf dem Niveau angelangt, riesige Apparate zu finanzieren.

Auf der anderen Seite läuft das Contentmodell der Unternehmen sehr gut.

Ist traditioneller Journalismus tatsächlich noch das adäquate und zeitgemäße Mittel für unsere Berichterstattung?

Begriffe wie Native Advertising, Content Marketing, Brand Journalism, Coporate Publishing, Influencer Markting beschreiben alle mehr oder weniger alte oder neue Phänomene und Trends. Das werbliche Inhalte gekennzeichnet werden müssen, verstehen sogar Influencer, Blogger und Youtuber. Ansonsten sprechen wir von unerlaubter Produktplatzierung und damit Schleichwerbung.

Wir möchten beim nächsten Salon Kreativ mit Gästen aus der Wirtschaft über das Verhältnis von Werbung und Journalismus sprechen und laden Euch herzlich dazu ein.

Eine Veranstaltung von

In Kooperation mit

Freundlich unterstützt von

 

Über den Salon Kreativ

Das Kooperationsprojekt Salon Kreativ wird veranstaltet vom media:net berlinbrandenburg e.V. gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe (SenWEB) und Projekt Zukunft.

Die Initiatoren wollen mit dem Salon Kreativ ein Format anbieten, das aktuelle Themen der Kreativ- und Werbebranche aufgreift. Bei diesem Format treffen sich Entscheider aus Media- und Kreativwirtschaft fernab vom Business-Alltag in exklusiver Runde. Der Austausch zwischen den kreativen Köpfen und den geladenen Experten steht dabei im Vordergrund.