1. Frau Kardorf, was nehmen Sie von den DWOMEN Events mit?
    • Aus einer spontanen Idee, wurde etwas ganz Großes. Ursprünglich dachten wir an ca. 30 Teilnehmerinnen – geworden sind es 70! Dies zeigt, wie wichtig der Austausch von Gleichgesinnten ist und der Wille von „Role Models“ zu lernen. Der Austausch inspiriert die Teilnehmerinnen und gibt Mut und Energie auch mal in schlechten Phasen durchzuhalten.
  2. Die Anzahl von Gründerinnen und Geschäftsführerinnen in den Medienbranchen steigt. Das ist positiv. Dennoch sehen wir auf den Chefetagen, auf den Podium nach wie vor deutlich mehr Männer. Verstecken wir Frauen uns zu gut, sind nicht selbstbewusst genug? Was sind Ihre privaten Empfehlungen, Frau Kardorf, und Ihre Ratschläge als IBB Vorständin an uns Frauen?
    • Auch hier ist Mut der entscheidende Faktor und sicherlich spielt das Rollenbild in der Gesellschaft (leider) auch noch eine Rolle. Ich kann den Frauen nur empfehlen Dinge im Leben zu wagen und sich zu zeigen. Oft gibt es Befürchtungen, dass man den nächsten Schritt nicht schafft. In der Realität würde ich jedoch behaupten, dass die „Versagensquote“ doch eher gering ist.
  3. Sie waren 4 Jahre bei der IBB als Vorständin. Was hat sich in diesen Jahren in der IBB-Förderung getan? Auf welche angestoßenen/umgesetzten Projekte sind Sie besonders stolz, welche Impulse nehmen Sie mit nach Bad Homburg?
    • Wir haben in den letzten Jahren auch IBB-intern sehr stark an dem Thema Digitalisierung gearbeitet. Wir haben gelernt, dass wir neben der für eine Förderbank klassischen Fragestellung „Was braucht Berlin?“ der Frage und Umsetzung des Kundennutzens einen noch viel breiteren Raum einräumen müssen. Als Förderbank nehmen wir hier auch eine Mittlerrolle ein. Die Fragestellung „Welches Problem unseres Kunden wollen wir mit dem Projekt lösen?“ steht nun im Mittelpunkt. Daraus ist eine kundenzentrierte Initiative „dIBBital“ entstanden, bei der wir Kunden befragen, wo die Schmerzpunkte in der Zusammenarbeit mit unserem Haus liegen. Auf diese vor allem kulturelle Entwicklung bin ich sehr stolz. Das hierbei Gelernte nehme ich auf jeden Fall mit in meine neue Aufgabe.

 

Das media:net und DWOMEN Team bedankt sich sehr herzlich bei Sonja Kardorf. Ihre herzliche, erfrischende, lebensfrohe und ehrliche Art hat entscheidend zur überaus offene Atmosphäre der DWOMEN Treffen beigetragen. Wir werden Sie beim nächsten DWOMEN sehr vermissen. Am 16.11.2018 erzählt uns Solveig Schulze vom Lufthansa Innovation Hub ihre Geschichte.

August 2018

Foto: media:net