1. 2017 ist Potsdam durch das Bundeswirtschaftsministerium zu einem von zwölf Digital-Standorten Deutschlands ernannt worden. Seit 1. Oktober 2018 sind Sie als Hubmanagerin tätig. Was sind Ihre vorrangigen Aufgaben?
    • Es geht zum einen darum, die Vernetzung der Akteure zu begleiten, die Kommunikation untereinander, aber vor allem nach außen zu forcieren, neue Räume zu schaffen für innovative Ideen, die Startup-Szene zu beleben. Wir sind die Schnittstelle für alle beteiligten und interessierten Unternehmer*innen, Gründer*innen und Forscher*innen im Bereich Medientechnologie und wollen das MediaTech Image der Stadt noch gezielter nach außen tragen. Und das vorrangig natürlich im Austausch mit den anderen elf deutschen Digitalstandorten hier in Deutschland.
  2. Eine erste Chance dazu bietet die anstehende MediaTech Con am 14. und 15. November in Babelsberg.
    • Ja, zum einen freue ich mich sehr darauf, die Vertreter*innen der anderen 11 Hubs im Vorfeld der MediaTech Con am 13. November hier in Potsdam begrüßen zu können. Zum anderen werden die seit Jahren etablierten internationalen Konferenzen für Film und TV, „Changing the Picture“, und für Virtual Reality, „VR Now Con & Award“, in diesem Jahr um das Thema Medientechnologien und ihre branchenübergreifende Bedeutung erweitert. Wir freuen uns auf rund 500 Gäste und mehr als 50 Experten aus aller Welt und einen einmaligen Austausch über Branchengrenzen hinweg. Es geht um Technologien, die im „klassischen“ Medien- bzw. Entertainmentbereich entwickelt werden, aber in vielfältiger Weise in anderen Branchen zur Anwendung kommen können. Ich denke da u.a. an Bereiche wie Big Data, Gesundheit, Logistik oder auch städtische Infrastrukturen. Alle an der Vorbereitung beteiligten Unternehmen und Mitstreiter arbeiten mit einem großen Engagement, damit die diesjährige Konferenz viele neue Impulse setzen kann. Wir wollen die große Dynamik, die unseren Standort seit Jahren auszeichnet, sichtbar machen und interdisziplinäre Erfahrungen quasi in die Welt tragen, aber auch diskutieren.
  3. Über welche Erfolgsgeschichten werden Sie den internationalen Gästen berichten können?
    • Wussten Sie, dass an der Universität Potsdam z.B. die Simulation von Naturkatastrophen oder VR-Learning erforscht und erprobt werden? Eines der „Leuchttürme“ des MediaTech Hub Potsdam ist auch das volumetrische Studio Volucap. Es ist durch eine Kooperation der fünf Akteure Fraunhofer HHI, ARRI, Studio Babelsberg, Interlake und UFA ins Leben gerufen worden. Dieses Studio ist auf dem europäischen Festland einzigartig und auch weltweit gibt es nur drei davon: in San Francisco, London und nun eben auch in Babelsberg. Auf der 170 Quadratmeter großen Fläche sind insgesamt 32 Kameras installiert, mit denen Menschen und Objektive dreidimensional eingescannt werden können. Die dabei verwendete Software „3D Human Body Reconstruction“ erzeugt hologrammartige Abbildungen der eingescannten Gegenstände. Ein tolles Projekt, das die Kraft und das Know-how des Standorts eindrucksvoll zeigt.

November 2018

Foto: Privat