1. Fake-News von echten Nachrichten zu unterscheiden stellt die Menschen und auch die Medien vor eine zunehmende Herausforderung. Wie geht Radio damit um?
    • In Zeiten der Informations- und Reizüberflutung gilt es als eine der wichtigsten Aufgaben der Medien, den Nutzern die Informationsdichte zu strukturieren, Wichtiges vom Unwichtigen zu unterscheiden, Relevantes hervorzuheben und die Menschen in ihrem Tagesablauf zu unterstützen. Dies tut Radio, egal ob gerade ein aktuelles Ereignis die Nachrichten dominiert oder im Alltag. Es ist ein Garant für schnelle und fundierte Information, der mit höchster journalistischer Qualität verbunden ist und deshalb das Vertrauen der Hörer genießt. Radio hilft, Dinge einzuordnen und wir wissen: Die Menschen finden es gerade in unübersichtlichen Zeiten wie diesen zunehmend gut, dass News kuratiert und verlässlich journalistisch geprüft werden. Die Radiomacher, die hinter dieser täglichen akribischen Arbeit stecken, zeichnen wir übrigens am 6. September in Hamburg beim Deutschen Radiopreis aus. Die unabhängige Jury des Grimme-Instituts hat aus einer Rekordzahl von Einreichungen die jeweils Besten in elf Kategorien ausgewählt. Es lagen uns in diesem Jahr 385 Einreichungen von 133 Radioprogrammen vor! Prämiert werden dabei unter anderem die besten Reportagen und Nachrichtenformate.
  2. Laut aktuellen Zahlen ist Radio weiterhin auf Höchstkurs. 95 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung schaltet regelmäßig ein. Wie schafft Radio das? Und was wollen die Hörer jetzt und zukünftig?
    • Radio ist seit je her eine feste Größe im Alltag der Menschen. Das zeigt, welche Bedeutung es für die Menschen hat. Sich mit Moderation, Musik, Informationen und Unterhaltung durch den Tag begleiten lassen, das ist die Aufgabe von Radio. Der Entstehung vielzähliger neuer Übertragungswege begegnet es damit, in dem es sich ständig neu erfindet – jeden Tag neu, jeden Tag ein bisschen anders, jeden Tag ein bisschen näher an den Hörern. Diese Radio-Evolution ist der Garant für einen ungebrochen hohen Stellenwert bei den Menschen. Radio steht neben den genannten Assets jetzt und auch in Zukunft für Regionalität, Vertrauen und Nähe – das macht es so stark. In unserer Studie „Planet Audio 2025“ sind wir auch der Frage nachgegangen, wie sich in einigen Jahren die Audionutzung aus Sicht der Hörer verändern wird. Die Ergebnisse zeigen: die Audiowelt wächst stärker zusammen. Die zentralen Kanäle klassisches Radio, Streaming-Dienste, Podcasts und Webradios werden sich annähern und teilweise ineinander verschmelzen. Während heute noch verschiedene Endgeräte für den Empfang unterschiedlicher Audioinhalte genutzt werden, wird es möglicherweise zukünftig nur noch ein zentrales Device geben, welches die gesamte Audiowelt der Hörer steuert. Der Unterschied zwischen den Empfangswegen ist für die Nutzer kaum noch ausmachbar. Audio bleibt für die Hörer in seiner Vielfältigkeit so wichtig, dass es immer und überall problemlos nutzbar sein soll. Zudem wird Radio individualisierbar und die Hörer zu Programm- Machern. Mit Radio on demand werden, je nach Situation, Stimmung oder persönlichem Tagesablauf die passenden Inhalte konsumierbar.
  3. „Alexa, schalt das Radio an!“ Sind Google, Siri und Co. für das Medium Radio eine Konkurrenz oder genau das Gegenteil: Ein neuer Distributionskanal? Sprich, wie werden wir in Zukunft Radio hören?
    • Wie alle Medienunternehmen konkurriert auch Radio mit den nahezu unlimitierten Ressourcen von Amazon und Co. Aber klar erkennbar ist doch: Es gibt eine neue Lust auf’s Hören. Das haben auch andere Player erkannt und natürlich führt vermehrtes Angebot dazu, dass der Wettbewerb sich intensiviert. Wir sehen für unsere Branche in diesem Audio-Boom eine große Chance und Herausforderung, weil es neue, zusätzliche Verbreitungskanäle für den Radio-Content sind. Sprachassistenten als Teil der neuen Welt werden die Audionutzung noch weiter verstärken und sowohl den Sendern als auch kommerziellen Marken und damit Werbekunden direkte Interaktionsmöglichkeiten mit den Hörern und Konsumenten bieten. Für Radiomacher ist es wichtig, genau zu wissen, wo die Hörer sind, welche Inhalte über welche Kanäle sie nutzen. Dort müssen wir sie mit den richtigen Angeboten erreichen – ob Simulcast oder mit modularen Elementen. Das, wofür Radio steht, muss leicht zugänglich und verlässlich angeboten werden. Und eines ist sicher: Wie man am besten via Sound die Menschen erreicht, das wissen wir Radioleute einfach. Das liegt in unserer DNA.

August 2018

Profil von Radiozentrale GmbH

Radiozentrale GmbH030 32512161 lutz.kuckuck@radiozentrale.de http://www.radiozentrale.de/

Die Radiozentrale wurde im Frühjahr 2005 als Gattungsplattform der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und des privaten Hörfunks gegründet und hat ihren Sitz in Berlin.

Profil