1. Herr Feichtinger, Ihre Designagentur feiert 5-jähriges Jubiläum, zu dem wir ganz herzlich gratulieren. Wie würden Sie den Weg bis heute zusammenfassen? Wo steht Ihre Agentur derzeit?
    • Unser Designstudio besteht nun seit 2016 und retrospektiv sind wir – zu meiner eigenen Überraschung – genau den Weg gegangen, den ich mir bei der Gründung gewünscht hatte. Überraschend deshalb, weil ich als Solo-Gründer mit einer GmbH keine Blaupause hatte. Und doch haben wir als Team alle Herausforderungen sehr gut gemeistert. Die ersten zwei Jahre standen komplett im Zeichen von Aufbau, Networking und Kollaboration unter Coworkern und Freelancer*innen. Nach und nach ist aus diesem Coworking-Space das heutige Büro von garden olson in Berlin-Friedrichshain geworden, worin vier Designer*innen, ein New Business Manager und eine Office Managerin ihr Zuhause gefunden haben.

       

    • garden olson ist als Alternativentwurf zu meiner früheren Erfahrung in Agenturen und Konzernen entstanden. Nach 5 Jahren in Festanstellung und 4 Jahren als Freelancer erwuchs in mir das Bedürfnis, ein Umfeld zu schaffen, in dem visuelle Qualität an oberster Stelle steht. Ich wünschte mir ein hochqualifiziertes Team auf Augenhöhe, das miteinander neue Marken und Produkte kreiert und gemeinsam mit unseren Kunden beeindruckende und langfristige Designs schafft. 2021 ist es uns gelungen einen sehr wichtigen Kunden mit einem spannenden Projekt aus dem Esports zu gewinnen.

       

    • Unser Ziel für 2022 ist es, weiter im Bereich Gaming und Pro-Teams Fuß zu fassen. Ob Branding, Website oder Merchandise – wir können es kaum erwarten unsere professionelle Erfahrung mit der Branche zu teilen und selbst ein Teil von ihr zu werden.
  2. Sie sagten im Vorgespräch, dass Sie sich außerdem künftig mehr der Esports- und Startup-Szene widmen wollen. Wie kamen Sie zu diesem Entschluss und was versprechen Sie sich davon?
    • garden olson wurde auf der Basis gegründet, für uns und unsere Kunden eigene Welten zu schaffen. In unserem Fall ist das der Garten Eden, das Paradies für Gestalter*innen. Diesen Geist teilen wir mit jungen Unternehmen und Teams, die den nächsten großen Schritt in ihrer Entwicklung nehmen wollen und die wir auf dieser Reise begleiten und leiten. Wir glauben: Durch ein gemeinsames Ziel und die geteilte Vision entstehen innovative und herausragende Designs. Diese Haltung verbindet uns sowohl mit Startups als auch mit der Games-Industrie. Beide Bereiche durfte ich als besonders progressiv und experimentierfreudig kennenlernen. Ich glaube fest daran, dass neben der fachlichen Qualität auch die persönlichen Interessen in die tägliche Arbeit einfließen dürfen und diese am Ende sogar bereichern.

       

    • Die Möglichkeit in der Gaming-Szene aktiv zu sein, die Event-Kultur zu erleben, die Social Media Communities zu begleiten und mit Gleichgesinnten gemeinsam nachhaltige Brands und Plattformen aufzubauen und weiterzuentwickeln, ist für mich ein heimlicher Traum. In den letzten Jahren ist nun eine Infrastruktur rund um die Branche entstanden, die es auch uns als professionellem Studio ermöglicht, seriös in diese Richtung zu investieren und zu wachsen. Die Mischung aus persönlicher Leidenschaft und der grundsätzlich positiven Entwicklung führt am Ende zu einem echten Erfolgsmodell.
  3. Das Jahr 2022 hat begonnen. Was wünschen Sie sich für die Agentur? Und welchen Herausforderungen – gerade auch wegen der anhaltenden Corona-Pandemie – sehen Sie sich gegenübergestellt?
    • Als Designstudio stehen bei uns qua Profession Konzept, Strategie und Gestaltung im Vordergrund, aber auch wir möchten über uns hinauswachsen und streben nach neuen Lösungen, neuen Herausforderungen und neuen Möglichkeiten. Für 2022 werden wir daher – neben der Erweiterung des Designteams – ein kleines Team an Entwickler*innen aufbauen. Im Bereich New Business stehen bei uns alle Zeichen auf Gaming, Esports und der Startup-Szene und ich kann es kaum erwarten, unsere Expertise in diese Richtung zu erweitern.

       

    • In Bezug auf die Corona-Pandemie versuche ich eine möglichst positive Haltung zu wahren. Wir als Studio hatten durch unsere digitale und offene Arbeitskultur schon sehr gute Bedingungen, um mit den Hürden der Pandemie fertig zu werden. Aber auch unsere potentiellen Kunden konnten spätestens jetzt eigene Erfahrungen mit Remote-Arbeit sammeln, was unsere Möglichkeiten zur Kooperation ultimativ verbessert hat. Was vor zwei Jahren noch innovativ oder beinahe exotisch war, gilt mittlerweile als Standard. Für uns hat sich in dem Sinne eher die Welt geöffnet. Auch Design lebt vom persönlichen Austausch, wenngleich das aktuelle Hybridkonzept große Chancen für jede*n Einzelne*n birgt, die Arbeitsbedingungen selbst zu bestimmen. Bei uns steht Eigenverantwortung im Fokus und unser Team schätzt dieses Modell sehr.

       

    • In dem Sinne wird 2022 für uns ein sehr gutes Jahr mit weniger Kompromissen und noch mehr Kreation. Wir freuen uns darauf – let’s grow together!

 

Januar 2022

Bild: (c) garden olson, 2022