1. Boris, was genau will Leaders for Climate Action, wer steckt dahinter und warum engagierst Du Dich?
    • Das Thema Klimawandel ist kein neues Thema. Und dennoch hat sich die Situation dramatisch verändert. Früher sprach man von einer kleinen Klimaerwärmung, die dann in 50 Jahren akut werden sollte. Heute wissen wir: Es ist 5 vor 12!: Das CO2-Budget gewährt uns kurze 8 Jahre bis zu einer 1.5 C° Grad globalen Erwärmung mit dramatischen Konsequenzen. Lobbyisten haben uns lange vor der Wahrheit ferngehalten (Losing Earth).Bei der Initiative Leaders for Climate Action setzen sich über 100 führende DigitalunternehmerInnen Deutschlands für effektiven Klimaschutz ein: Wir fordern eine lenkungswirksame CO2-Bepreisung. Inklusive sozialem Ausgleich und Beginn im Januar 2020. Alle Ökonomen sind sich einig, dass dies der notwendige erste Schritt ist, um der Klimakrise global entgegenzuwirken. Der schnellste Weg dahin ist eine CO2-Steuer.

      Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen. In einem 3-stufigen Verfahren werden wir (1) unseren persönlichen CO2-Footprint messen, dann (2) reduzieren und (3) den Rest kompensieren. Die Unternehmen sollen dann nach gleichem Muster folgen. Zu denken, dass schon jemand anderes die Krise lösen wird, halte ich für sehr gefährlich. Wir müssen unsere Verantwortung gegenüber unseren Kindern und der Welt wahrnehmen. Jetzt ist Zeit für Action.

  2. Wie klimaschonend ist GameDuell? Was unternimmt Dein Unternehmen konkret und was habt ihr in den vergangenen Monaten verändert?
    • GameDuell ist sich bereits vor 10 Jahren seiner ökologischen Verantwortung bewusst gewesen und hat das „Green Team“ ins Leben gerufen. Dort entscheiden Teammitglieder regelmäßig über Wege, wie wir unser Office und unser Handeln nachhaltiger gestalten können.Im Laufe der Jahre haben wir bereits eine Menge an Ideen umgesetzt. Viele Prozesse konnten wir umweltfreundlicher gestalten, sei es die Anschaffung eines Wasserspenders (statt Plastikflaschen), Umstellung auf nachhaltige Büromaterialien, doppelseitiges und tonersparendes Drucken, ökologischeres regionales Lebensmittelangebot oder Geschäftsreisen per Bahn. Die Liste der Maßnahmen teilen wir gerne mit euch.

      Der Austausch mit anderen Unternehmen ist uns wichtig, wie zum Beispiel letzte Woche bei einem „Office Sustainability“ Meetup in unserem Büro. Auf diese Weise erhalten wir Inspirationen und Anregungen, um neue Wege zu finden, noch „grüner“ zu werden.

  3. „Green Gaming“ wurde kürzlich auf der gamescom diskutiert, u.a. wie Spieler energiesparend spielen. Ist nicht noch mehr möglich? Wie können die Gamer einbezogen werden, um tatsächlich „spielend“ den CO2 Austausch zu reduzieren, aktiver und kreativer Teil der Lösung sind?
    • Wir gucken immer zuerst, was wir von der Unternehmensseite her ändern können. Sei es die Stromversorgung der Server – unser Rechenzentrum läuft beispielsweise mit zertifiziertem Ökostrom – oder die Verwendung „nachhaltiger Software“, also Sourcecode, der auf Seite der User zu weniger Prozessorbelastung führt.Das sind unsere großen Hebel, aber natürlich können die Spieler selbst leicht einiges optimieren und dabei sogar noch bares Geld sparen. Norm Bourassa hat auf dem diesjährigen gamescom congress den schönen Begriff “Green Gaming” geprägt. Er forscht am National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC) im Bereich Energieeffizienz und Anlagenperformance und gibt auf seiner Website “Greening the Beast” Gamern viele wissenschaftlich geprüfte Methoden an die Hand, um ihren Stromverbrauch zu senken.

       

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September 2019