1. Silvio, i-ways möchte in Zukunft mehr Impact-Projekte umsetzen – sprich, ihr wollt eure Expertise in den Bereichen Tech, IT und Digitalisierung vermehrt für soziale, gesellschaftliche und nachhaltige Projekte einsetzen. Wie kamt ihr zu diesem Entschluss und wie geht ihr diesen Wandel an?
    • Es war für mich einerseits das Zusammenführen meiner langjährigen persönlichen Ambitionen mit dem Wirken der Firma und auf der anderen Seite die natürliche Fortführung unserer Unternehmenskultur und -werte, die von Anfang an auf der Vision der menschlichen Verbindung und sozialen Werten aufbauten. Wir glauben daran, dass Unternehmen eine Verantwortung für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft und Umwelt haben, und dass es möglich ist, als Unternehmen einen positiven Einfluss auf die Welt zu haben. Diese Überzeugungen und Werte sind tief in unserer Unternehmenskultur verankert und dienten als Grundlage für die Entscheidung, den Fokus verstärkt auf Impact-Projekte zu legen.
    • Den Stein ins Rollen gebracht hat dann aber die Zusammenarbeit mit dem National Health Service (NHS) in Großbritannien. Während der COVID-19-Pandemie wurden wir von der NHS gebeten, dringend bei einem Projekt im Zusammenhang mit persönlicher Schutzausrüstung (PPE) gegen Covid zu helfen. Durch die Zusammenarbeit mit dem NHS erkannten wir, wie mächtig Technologie sein kann, um Leben zu retten und um einen Unterschied in der Welt zu machen. Diese Erfahrung hat uns motiviert, Verantwortung zu übernehmen und das Potenzial der Technologie für soziale, gesellschaftliche und nachhaltige Projekte zu nutzen.
    • Wir gehen diesen Wandel an, indem wir uns als B-Corp zertifizieren und uns das Ziel setzen, 50 % unserer Ressourcen für Projekte zu nutzen, die mindestens einem der von der UN gesetzten Sustainable Development Goals (SDGs) entsprechen. Zusätzlich möchten wir in den nächsten 10 Jahren bereits 1.000 neue Impact Projekte umsetzen. Um dies zu erreichen, passen wir unsere Geschäftsprozesse und -modelle an die neue Mission und Vision von i-ways an und arbeiten kontinuierlich daran, dieses Ziel zu erreichen.
  2. Kannst du schon von ersten Projekten berichten, die ihr in diesem Zusammenhang realisiert?
    • Ein erstes erfolgreiches Projekt konnten wir mit der Entwicklung und Umsetzung eines Blockchain-Marktplatzes für CO₂-Zertifikate realisieren. GoodCarbon möchte das Problem der Klimaerwärmung und des dem zugrunde liegenden CO₂-Ausstoßes lösen, indem es Unternehmen die Möglichkeit bietet, in Umweltprojekte – z.B. Aufforstung von Mangroven-Wäldern – zu investieren und im Gegenzug CO₂-Credits zu erhalten, um eigene Emissionen zu kompensieren. Dadurch können Unternehmen ihren eigenen CO₂-Fußabdruck reduzieren. Im Sommer 2022 konnte der Marktplatz goodcarbon.earth in der ersten Phase live gehen. Seither wird Zugang zu einer Reihe an Projekten gewährt, die neben dem Hauptzweck der CO₂-Bindung noch viele andere „Benefits“ wie z.B. Sicherung von Artenvielfalt, Verdienstmöglichkeiten für Frauen oder Unterstützung von indigenen Einwohnern bieten.
    • Ein weiteres spannendes Projekt, an dem wir aktuell arbeiten, kommt aus der Baubranche. Studien haben gezeigt, dass der Baubereich für einen signifikanten Anteil der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich ist, wobei Schätzungen von 23 % bis 38 % der Gesamtemissionen von CO₂ reichen. Um Architekturbüros bereits in frühen Phasen der Konzeption bei der Berechnung des CO₂-Fußabdrucks ihrer Entwürfe zu helfen, werden sehr detaillierte Information benötigt. Um dieses Problem zu lösen, haben wir für die Revalu Impact AG die Plattform revalu.io entwickelt, die eine zentrale Informationsquelle über die Umweltauswirkungen von Baumaterialien bietet. Die Plattform listet Produkte oder Rohstoffe für den Baubereich auf und bietet relevante Informationen über die Umweltauswirkungen dieser Produkte, einschließlich ihres Umwelt-Fußabdrucks.
  3. Welche weiteren Veränderungen habt ihr mit Blick auf eure Unternehmensstrategie für dieses Jahr geplant?
    • Das Thema “Impact” ist für uns von Bedeutung, nicht nur im Hinblick auf unser Projektgeschäft, sondern auch intern. Wir haben uns verpflichtet, unsere internen Prozesse und Aktivitäten in Bezug auf Nachhaltigkeit genauer zu untersuchen. Als Teil dieses Engagements haben wir beschlossen, uns für das B-Corp-Programm zu zertifizieren.
    • B-Corp steht für “Benefit Corporation” und ist ein Zertifizierungsprogramm für Unternehmen, die sich nicht nur auf die Maximierung ihres Gewinns konzentrieren, sondern auch einen positiven sozialen und ökologischen Beitrag leisten wollen. Das Programm bewertet Unternehmen anhand eines umfassenden Bewertungssystems, das Governance, Mitarbeiter*innenbeziehungen, Gemeinwohl, Umwelt und Kundenbeziehungen umfasst. Unternehmen müssen eine Mindestpunktzahl erreichen und sich einer jährlich fortlaufenden und kontinuierlichen Prüfung unterziehen, um das B-Corp-Zertifikat zu erhalten.
    • Durch B-Corp erhalten wir die Möglichkeit, unsere eigenen Impact-Ziele zu erreichen, indem wir einen Rahmen und eine Methode zur Messung und Verbesserung unserer Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesellschaft zur Verfügung gestellt bekommen. Wir sind stolz darauf, Teil einer Bewegung zu sein, die sich dafür einsetzt, dass Unternehmen nicht nur auf ihren Gewinn achten, sondern auch ihre sozialen und ökologischen Auswirkungen in ihre Geschäftsentscheidungen einbeziehen. Wir hoffen, dass wir durch unser Engagement auch andere Unternehmen dazu inspirieren können, sich für soziale und ökologische Themen einzusetzen.

 

März 2023

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