Seit 2002 ist Annette Koschmieder als Seminarleiterin, Filmdozentin und Scriptberaterin tätig. In Vorträgen, Seminaren und Workshops lehrt sie Stoffentwicklung für audiovisuelle Medien, Creative Producing, Dramaturgie, Medienkompetenz und Grundlagen des deutschen Film- und Fernsehmarkts.

 

  1. Frau Koschmieder, im Juli erschien ihr Buch „Stoffentwicklung in der Medienbranche – Von der Idee zum Markt“ beim Cornelsen Verlag. Welche Personengruppe profitiert von ihrem Buch am meisten?
    • Das Buch richtet sich an alle, die bei der Stoffentwicklung für audiovisuelle Medien mitwirken: Autoren, Berater, Produzenten, Publisher, Marktexperten und andere Mitarbeiter in den Medien. Es soll sowohl in der Praxis als auch allen in der Aus- und Weiterbildung eine übersichtliche Orientierung bieten. Erfolgreichen Filmen und generell Geschichten, die mittels „bewegter Bilder“ erzählt werden, liegt ja ein gemeinsames Geheimnis zugrunde: dramaturgische Prinzipien und Erzähltechniken, Grundlagen des kreativen Handwerks. Neben Ausdauer und vielen guten Ideen benötigt man diese Kenntnisse sowie Wissen über Formate, Zielgruppen und Märkte. Insofern kann das Buch hoffentlich vielen Kreativen in der Medienbranche nützlich sein. Da in ihm grundsätzliche Aspekte moderner Medienkompetenz behandelt werden spricht es auch interessierte Mediennutzer an.
  2. Seit gut 10 Jahren sind Sie u.a. beim ISFF als Dozentin tätig. Inwieweit flossen ihre Lehrerfahrungen in das Buch ein und welche Themen behandelt Ihr Buch?
    • „Content is king“ – diese Formel gilt, jedoch wird oft nicht deutlich, was es bedeutet. Dabei geht es immer um konkrete Fragen, auch schon in der Stoffentwicklung. Vorlagen für audiovisuelle Medien lassen sich weniger anhand fertiger Rezepte entwickeln, sie entstehen auf „kreativen Reisen“ häufig in unbekanntes Terrain – dies betrifft nicht nur die Helden und Charaktere in den Geschichten sondern auch die Kreativen selbst. Neben Kenntnissen über Wirkungsprinzipien ist auch Wissen über die Medienmärkte – Kino, Fernsehen, Werbefilm und interaktive Medien wie Computerspiele – notwendig. Den Bogen zu schlagen von einer viel versprechenden Idee zu einer visuell erzählbaren Geschichte hin zur möglichen Zielgruppe und zu den Marktbedingungen des jeweiligen Mediums, darum geht es mir in meinen Seminaren und davon handelt auch das Buch „STOFFENTWICKLUNG IN DER MEDIENBRANCHE“. Immer steht im Zentrum, Geschichten so zu erzählen, dass sie ihr Publikum erreichen – eine überaus spannende Aufgabe.
  3. „Du sollst nicht langweilen“ lautet ihr erstes Gebot für die Stoffentwicklung von Scripts für Film, TV aber auch Games und Werbung. Verraten sie uns die anderen neun Gebote?
    • Es müssen ja nicht immer zehn sein. Aber natürlich ist Spannung von großer Bedeutung, nicht erst seit Hitchcock, dem Meister des Suspense. Nicht zu langweilen bedeutet auch die Menschen emotional zu erreichen, ihre Träume, Sehnsüchte, Ängste und Hoffnungen einzubeziehen und dies bei der Entwicklung von Geschichten zu berücksichtigen. Und es ist wichtig Trends und die Zeichen der Zeit zu erkennen, denn was heute entwickelt wird, kommt erst Monate oder Jahre später auf den Markt. Hier erreicht es die Menschen über das Fernsehen, im Kino, über vielfältige Speichermedien, als Computerspiel und vermehrt direkt über das Internet. Wir leben in einer globalen, vernetzten Medienwelt, da wird es zunehmend schwerer, Aufmerksamkeit zu bewirken und zu erhalten. Gelingt dies, ist das ein großer Erfolg.

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Das iSFF in Berlin ist einer der größten zertifizierten Weiterbildungsträger der Kreativbranche. Nach der Maxime „von der Branche für die Branche“ bildet das Institut zielgerichtet Film- und Fernsehschaffende, professionelle Schauspieler und Musicaldarsteller weiter.

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